Quelle: Text und Bild von  Klaus-Dieter Jung <,Giessener Anzeiger Online 14.06.2026 

Wäldchesfest endet um 17 Uhr – wegen Deutschland-Spiel

Der Fassanstich von Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher für das Fest unter Bäumen glückt.

 

Das Wäldchesfest der Gießener Fünfziger auf dem Schiffenberg wurde in diesem Jahr erstmals mit einem festen Endpunkt angekündigt. Die Abbau-Helfer sollten rechtzeitig zum Public Viewing fertig sein.

Gießen – Schon bei der Begrüßung zum Wäldchesfest auf dem Schiffenberg nannte der Vorsitzende des Gesamtvereins der Gießener Fünfziger den Zeitpunkt des Endes der Veranstaltung. Auf den Plakaten war das Fest, bei dem auch die Einladung „Jeder ist willkommen“ ausgesprochen wurde, von 10.30 Uhr bis 17 Uhr angekündigt worden. „Ich hoffe, ihr habt das alle richtig gelesen, dass es heute schon um 17 Uhr endet“, sagte Otto Suckfüll in die Menge.

Frühes Ende definiert

Warum das frühe Ende in diesem Jahr? „Geschuldet ist das dem Deutschland-Spiel heute Abend“, gab der Vorsitzende bekannt. Die Leute, die für den Abbau zuständig waren, sollten rechtzeitig fertig sein, um auch zum Public Viewing oder dem häuslichen Fernseher zu eilen. Schließlich steckt eine Menge Arbeit dahinter, den Platz wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen, und es kostet Zeit. „Ich wünsche euch einen schönen Tag“, sagte der Vorsitzende und gab das Mikrofon weiter.

In der langen Tradition der Wäldchesfeste hat es wohl ein vorbestimmtes Ende noch nie gegeben. „Schön, dass wir hier zusammen sind und dass dies so schön vorbereitet wurde“, grüßte und dankte Oberbürgermeister und Fünfzigermitglied Frank-Tilo Becher in die Runde. Das Wäldchesfest bezeichnete Becher als „die familiäre Ausführung des Frankfurter Wäldchesfestes“. Die große Fünfzigerfamilie kümmere sich umeinander, halte zusammen, schaffe Begegnungen und teile Erlebnisse. Für Becher ist das Wäldchesfest ein großer Familienausflug. Man gehe hin in die Natur, habe Abstand zu dem, was in der Stadt passiere, und feiere miteinander: „Das ist eine sehr schöne Tradition, die es wert ist, dass wir sie weiter pflegen.“ Das geschehe auch mit dem Wachsen des Fünfzigerwäldchens. Fünfziger seien verwurzelt in der Stadt, in der man miteinander lebe, „und gleichzeitig sind wir offen für Entwicklung und Wachstum“.

Mit dem Fassanstich sorgte das Stadtoberhaupt anschließend dafür, dass „die flüssige Unterstützung für das Fest kommt“. Nach zwei Schlägen hätte das Bier schon fließen können, doch durch den falschen Dreh am Zapfhahn sprudelte der Gerstensaft erst nach vier Schlägen. Das sorgte für Erheiterung, und so füllten sich die Gläser mit Freibier ein wenig später. „Das Wäldchesfest 2026 ist eröffnet“, rief er in die Menge, und „Ozapft is“, schallte es zurück.

Organisation und Durchführung lagen diesmal bei sechs Teams der Jahrgangsvereinigungen 1973, 1974 und 1975. Eine besondere Überraschung kam vom Jahrgang 1975. Er backte eine besondere Torte, die mit dem Gießener Wappen und dem Schriftzug „75er“ verziert wurde. Schön zum Ansehen, doch das dauerte nicht lange, schnell gingen die leckeren Stücke weg wie warme Semmeln.

Die vorsorglich aufgestellten Schirme wurden nicht gebraucht. Weder als Schutz gegen Regen, noch, um die Sonnenstrahlen abzuweisen. Die Jacke konnte man insbesondere bei der Eröffnung am Vormittag gut gebrauchen, bei unter 18 Grad machte sich auch ein unangenehmer Wind bemerkbar. Ein Kommen und Gehen zeigte sich auf dem Gelände. Einen zufriedenen Eindruck vermittelte Otto Suckfüll, der das bunte Treiben beobachtete. Erst nach dem Kassensturz könne man Aussagen zur Beteiligung machen.

Reichhaltig zeigte sich wieder das kulinarische Angebot mit Getränken, Würstchen, Steaks, Salaten und Brötchen. Wiederum fehlt auch die vegane Pilzpfanne nicht. Nachmittags lockten Kuchen und Kaffee.

 

Suche